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Freundeskreis Gärtnerplatztheater
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Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V.

Neuigkeiten

Aktuelles aus dem Freundeskreis.

Berichte, Begegnungen und Neuigkeiten aus der Spielzeit 2026/27.

Oktober 2026

Spielzeit 2026/27

Glückliche Kinderaugen im Gärtnerplatztheater – „Karneval der Tiere“ mit Unterstützung des Freundeskreises

von Peter Breun-Goerke

Am 22. Oktober besuchten rund 200 Kinder der 1. und 2. Klassen des kooperativen Ganztags an der Grundschule an der Rockefellerstraße eine Vorstellung von „Der Karneval der Tiere“ im Staatstheater am Gärtnerplatz.

Theaterbesuch ermöglicht durch Spende des Freundeskreises

Möglich geworden ist dieser Theaterbesuch unter anderem durch eine Spende des Freundeskreises Gärtnerplatztheater. Am 21. Juli hatten wir der ETC GmbH, die den kooperativen Ganztag an der Grundschule betreut, eine Spende in Höhe von 2.000 Euro übergeben.

Damit konnte eine Finanzierungslücke geschlossen werden, sodass schließlich alle rund 450 Kinder der Schule die Möglichkeit bekamen, gemeinsam mit ihren Lehrkräften eine Schulvorstellung im Gärtnerplatztheater zu besuchen.

Ungewohnte Töne im Theaterfoyer

Schon bei der Ankunft im Foyer des Theaters war die Aufregung über den bevorstehenden Theaterbesuch deutlich zu spüren. Für das Staatstheater am Gärtnerplatz waren es an diesem Vormittag eher ungewohnte Töne: die aufgeregten Stimmen von mehr als 400 Kindern aus den ersten und zweiten Klassen, viele Gespräche darüber, was es im Theater alles zu entdecken gibt – und überall staunende Kinderaugen.

Dabei nahmen die jungen Besucherinnen und Besucher die vielen Details des Theaters sehr genau unter die Lupe.

Der Karneval der Tiere

In „Der Karneval der Tiere“ feiern die Tiere im Urwald Karneval. Alle sind gekommen: Löwen, Elefanten, Schildkröten und Kängurus, aber auch Esel, Hühner, Fische und natürlich der wunderschöne Schwan. Es wird musiziert, getanzt und es werden zahlreiche Kunststücke aufgeführt.

Die Musik stammt von Camille Saint-Saëns, die Texte von Loriot. Die berühmte Suite besteht aus 14 kurzen Sätzen. Zu hören sind unter anderem Xylophon, Glockenspiel, Flöte, Klavier und Streichinstrumente.

Szene aus „Der Karneval der Tiere“ am Staatstheater am Gärtnerplatz: Marina Blanke sitzt als tierisch kostümierte Darstellerin vor dem Orchester, während auf der Bühnenwand eine große Illustration einer Löwenfamilie zu sehen ist.
Marina Blanke, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz ©Marie-Laure Briane

Erzählt wurde die Geschichte auf der Bühne von Marina Blanke, die vielen Kindern als „Checkerin Marina“ aus der KiKA-Checkerwelt bekannt ist. Sie schlüpft in die Rolle von Matilda Eichhorn, die für den „Waldboten“ über den Karneval der Tiere berichtet und davon träumt, mit ihrer Geschichte zum Megastar zu werden.

Immer wenn Matilda den Auftritt eines neuen Tieres ankündigt, setzt das Orchester unter der Leitung von Oleg Ptashnikov ein. Gleichzeitig erscheinen hinter dem Orchester raumhohe Videobilder der jeweiligen Tiere.

Begeisterte Reaktionen während der Vorstellung

Wie sehr die Kinder mitgingen, zeigte sich schon in der ersten Reihe: Drei Jungs halfen dort tatkräftig beim Dirigieren, während die übrigen Kinder aufmerksam der Musik folgten und die großen Bilder auf der Bühne bestaunten.

Besonders groß war die Aufregung, als eine Schar Hühner in einer großen Pyramide erschien und der Hahn als Napoleon deren Spitze bildete.

Auch das Schildkrötenballett kam mit seiner Musik und den Bildern so gut an, dass Oleg Ptashnikov die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer kurz mit den Händen zur Ruhe mahnen musste. Den außergewöhnlich schönen Teil belohnten die Kinder anschließend mit viel Beifall.

Beim Auszug der Tiere dirigierte Oleg Ptashnikov schließlich mit einer Feder. Am Ende übergab er sie Matilda, die anschließend gemeinsam mit ihm das Orchester dirigieren durfte.

Spätestens nach der Zugabe war das Urteil des jungen Publikums eindeutig: Lautstarke Rufe, Jubel und Freudenschreie machten deutlich, dass ihnen die Vorstellung – um es mit ihren eigenen Worten zu sagen – „mega“ gefallen hatte.

September 2026

Spielzeit 2026/27

Station 2 der Reise nach Reims

von Peter Breun-Goerke

Weiterfiebern – Premierenfieber zur Patenproduktion „Die Reise nach Reims“

Am 30. September fand der erste Stammtisch des Freundeskreises Gärtnerplatztheater der neuen Spielzeit in der Deutschen Eiche statt. Neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern konnten wir an diesem Abend auch KS Daniel Prohaska als Gast begrüßen.

Zuvor stand im Gärtnerplatztheater das Premierenfieber zu unserer Patenproduktion „Die Reise nach Reims“ auf dem Programm. Bereits zwei Wochen zuvor hatten unsere Mitglieder bei der Werkstattführung am 11. September einen ersten Eindruck vom Bühnenbild gewinnen können. Nun war es auf der Bühne schon nahezu vollständig aufgebaut und gab einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Premiere.

Die Reise, die nicht stattfindet

Christoph Wagner-Trenkwitz führte wie gewohnt sehr unterhaltsam und mit vielen Informationen über den Komponisten und die Entstehungsgeschichte des Werkes durch den Abend.

Gioachino Rossini soll seinerzeit von Ludwig van Beethoven den Rat erhalten haben, sich der Komödie zuzuwenden. Mit „Die Reise nach Reims“ entstand schließlich eine komische Krönungsoper, die am 19. Juni 1825 uraufgeführt wurde. Treffender als mit ihrem eigentlichen Titel ließe sich das Stück fast mit den Worten beschreiben: „Die Reise findet nicht statt.“

Schon in der ersten gezeigten Szene konnten sich die Zuschauer einen guten Eindruck vom Witz und Spielwitz der Produktion verschaffen. Im Mittelpunkt stand ein verloren gegangener Hut, der schließlich wiedergefunden wird. Das Ensemble, angeführt von Andrea Zidaric und Jennifer O’Loughlin, setzte die Szene gemeinsam mit dem Ballett ebenso temporeich wie eindrucksvoll um.

Der Regisseur und seine Sicht auf das Stück

Im anschließenden Gespräch erläuterte Regisseur Dirk Schmeding, dass ihm das Werk für die Inszenierung großen Spielraum lasse, weil es im eigentlichen Sinne kaum über eine durchgehende Handlung verfüge. Im Mittelpunkt stünden vielmehr die Begegnungen der unterschiedlichen Figuren und die Geschichten, die sich daraus entwickeln.

Gerade das groß besetzte Ensemble biete dadurch zahlreiche Möglichkeiten, eigene Akzente zu setzen. Zugleich beschrieb Schmeding das Werk als einen durchaus subversiven, gegen die höfische Welt gerichteten Stoff.

Als zweite Szene war das Sextett Nr. 3 zu erleben. Einen besonderen Akzent setzte dabei Anna Agathanos als Marchesa Melibea, die mit der Urne ihres verstorbenen Mannes in der Hand die Gesellschaft unterhielt und zugleich ihre Aufmerksamkeit den anwesenden Herren zuwandte.

Deutschlandpremiere für Enrico Lombardi

Im nächsten Gespräch stellte Christoph Wagner-Trenkwitz den italienischen Dirigenten Enrico Lombardi vor. Lombardi stammt aus jener Gegend Italiens, in der auch Rossini geboren wurde.

Abwechselnd auf Italienisch und Deutsch erzählte er von einem besonderen Erlebnis im Jahr 2023: Beim Rossini-Festival sprang er nur 28 Stunden vor einer Premiere als Dirigent ein und leitete dabei das RAI-Rundfunkorchester.

Nach dem Premierenfieber zu „Die Reise nach Reims“ nehmen die Mitwirkenden den Applaus entgegen.
Mitwirkende am Premierenfieber zu „Die Reise nach Reims“

Mit „Die Reise nach Reims“ am Gärtnerplatztheater gibt Lombardi nun sein Deutschlanddebüt als Dirigent. Er betonte, dass das Werk keine eigentliche Hauptrolle kenne. Entscheidend seien vielmehr das gemeinsame Singen, Spielen und Erzählen – und genau das eröffne dem Ensemble große Freiheiten.

Besonders hob Lombardi die Atmosphäre des Gärtnerplatztheaters hervor. Sie passe hervorragend zum Humor des Stückes und zu einer Komödie, die ihren Figuren und damit letztlich auch dem Publikum immer wieder einen Spiegel vorhalte.

Zum Abschluss des Premierenfiebers erlebten die Zuschauer jene Szene, in der die vermeintliche Reisegesellschaft erfährt, dass ihre Reise nach Reims überhaupt nicht stattfinden wird. Die Nachricht sorgt erwartungsgemäß für erhebliche Turbulenzen auf der Bühne und bildete den fulminanten Abschluss eines ebenso informativen wie unterhaltsamen Premierenfiebers.

„Weiter fiebern“ mit KS Daniel Prohaska

Im Anschluss ging es für den Freundeskreis in die Deutsche Eiche, wo sich KS Daniel Prohaska zur Runde gesellte.

Prohaska ist seit 2001 regelmäßig am Staatstheater am Gärtnerplatz zu Gast und dort in zahlreichen Rollen zu erleben. Der Sohn einer britischen Opernsängerin und eines österreichischen Regisseurs wurde 2023 zum Bayerischen Kammersänger ernannt.

In der vergangenen Spielzeit war er in unserer Patenproduktion „Der Graf von Luxemburg“ als René Graf von Luxemburg zu sehen – eine Rolle, die ihm geradezu auf den Leib geschrieben scheint. Die Produktion wird am 15. Januar 2027 mit dem Operetten-Frosch des Bayerischen Rundfunks für die Spielzeit 2025/26 ausgezeichnet.

Beim Weiterfiebern blieb Daniel Prohaska nicht einfach an einem Platz sitzen: Im Laufe des Abends wechselte er immer wieder den Tisch und kam so mit vielen Mitgliedern persönlich ins Gespräch. Dabei erzählte er aus seinem Theaterleben am Gärtnerplatz, berichtete von seiner Arbeit als Sänger und gewährte auch einige sehr persönliche Einblicke in sein Künstlerleben.

So wurde aus dem Premierenfieber und dem anschließenden Weiterfiebern ein langer Theaterabend, der nicht nur einen Vorgeschmack auf unsere neue Patenproduktion gab, sondern einmal mehr zeigte, was die Veranstaltungen des Freundeskreises ausmacht: das gemeinsame Erleben von Theater und die persönliche Begegnung mit den Menschen, die es auf die Bühne bringen.

Herzlichen Glückwunsch zum Spielzeit Operetten-Frosch 2025/26

Unsere Patenproduktion erhält den Spielzeit-Frosch

Was für eine schöne Nachricht: „Der Graf von Luxemburg“, unsere Patenproduktion der Spielzeit 2025/26, wird von BR-KLASSIK mit dem „Spielzeit-Frosch“ ausgezeichnet.

Szenenbild aus „Der Graf von Luxemburg“ mit Daniel Prohaska als René Graf von Luxemburg und Andreja Zidaric als Angèle Didier auf einer elegant beleuchteten Bühne.
Daniel Prohaska (René Graf von Luxemburg), Andreja Zidaric (Angèle Didier) · © Anna Schnauss

In der vergangenen Spielzeit haben wir als Freundeskreis die Patenschaft für Franz Lehárs Operette „Der Graf von Luxemburg“ übernommen. Umso mehr freuen wir uns, dass gerade diese Produktion nun eine besondere Auszeichnung erhält: Der „Spielzeit-Frosch“ 2025/26 von BR-KLASSIK geht an das Staatstheater am Gärtnerplatz für die Neuinszenierung von Peter Lund.

Mit dem Operettenpreis zeichnet BR-KLASSIK Produktionen aus, die selten gespielte Werke auf die Bühne bringen oder mit einer neuen szenischen Lesart einen besonderen Zugang zur Operette finden.

Eine Auszeichnung für Bühne und Musik

Die Jury hebt bei Peter Lunds Inszenierung besonders die neue Textfassung und seinen Regieansatz hervor. Die Handlung erhält neue Akzente, die Frauenfiguren werden selbstbewusster gezeichnet und der Geschlechterkampf findet auf Augenhöhe statt. Auch die wandlungsfähige Bühne von Jürgen Franz Kirner und die Fin-de-Siècle-Kostüme von Daria Kornysheva finden besondere Anerkennung.

Ausdrücklich würdigt BR-KLASSIK auch die musikalische Seite der Produktion. Die Neueinrichtung stammt von Kai Tietje. Unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter erklingt Lehárs Musik, so die Jury, leichtfüßig und ohne übermäßigen Kitsch. Hervorgehoben werden außerdem das Zusammenspiel des Ensembles und die gute Textverständlichkeit.

Unser herzlicher Glückwunsch gilt Peter Lund, Kai Tietje, Michael Brandstätter, dem Ensemble sowie allen Beteiligten auf, vor und hinter der Bühne.

Preisverleihung am 15. Januar 2027

Auf diesen Termin freuen wir uns schon jetzt: Am 15. Januar 2027 wird der Spielzeit-Frosch im Gärtnerplatztheater überreicht. Den Termin der Preisverleihung kündigte BR-KLASSIK im Radio an.

Für uns als Freundeskreis ist diese Auszeichnung eine besonders schöne Nachricht. Schließlich haben wir in der Spielzeit 2025/26 die Patenschaft für diese Produktion übernommen. Jetzt freuen wir uns gemeinsam mit dem Gärtnerplatztheater und allen Beteiligten über den Frosch.

Herzlichen Glückwunsch!

Zum Bericht von BR-KLASSIK

Tag der offenen Tür – wir waren dabei

von Peter Breun-Goerke

Auch in diesem Jahr war der Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V. beim Tag der offenen Tür am 19. September dabei. Einen ganzen Nachmittag lang öffnete das Staatstheater am Gärtnerplatz seine Türen und lud dazu ein, das Haus einmal aus ganz anderen Perspektiven kennenzulernen.

Die Besucherinnen und Besucher konnten nach Herzenslust durch das Theater streifen. Überall wurde gesungen, gespielt und musiziert – und hinter Türen geschaut, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben. Dabei warteten viele spannende, unterhaltsame und mitunter auch etwas schräge Begegnungen.

So gab es eine Überraschung im Aufzug, bei einer Mitmachaktion in der Requisite konnte man selbst aktiv werden und in der Schuhmacherei sogar einen eigenen Schlüsselanhänger herstellen. Auf vielfachen Publikumswunsch durfte natürlich auch die Gärtnerplatz-Geisterbahn nicht fehlen, die wieder auf der Unterbühne aufgebaut war.

Viele Gespräche in der Theaterkantine

Nach ihrem Rundgang durch das Haus empfingen Mitglieder des Freundeskreises die Besucherinnen und Besucher in der Kantine des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Dort informierten wir über unsere Arbeit, unsere Unterstützung für das Theater und über die zahlreichen Veranstaltungen, die wir unseren Mitgliedern rund um den Gärtnerplatz anbieten.

Einen besonders anschaulichen Einblick bot dabei unser neues Spielzeitheft 2025/26. Es blickt auf unsere Veranstaltungen, Begegnungen und Förderprojekte der vergangenen Spielzeit zurück und zeigt, wie vielfältig das Engagement des Freundeskreises inzwischen ist.

Unser Spielzeitheft 2025/26 ansehen

Im Laufe des Nachmittags entstanden viele angeregte Gespräche. Die Besucherinnen und Besucher fragten interessiert nach, wollten mehr über den Freundeskreis wissen und nutzten die Gelegenheit, mit uns über das Theater, seine Produktionen und unsere gemeinsamen Aktivitäten ins Gespräch zu kommen.

Musikalischer Abschluss auf der Bühne

Den Abschluss des Tages der offenen Tür bildete auch in diesem Jahr das Season Opening Konzert mit Ensemble, Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Damit wurde die neue Spielzeit auch musikalisch eröffnet.

Unter der Leitung von Michael Brandstädter präsentierten die Mitwirkenden ein rund einstündiges Programm mit Werken von Lehár, Gounod, Rossini, Bizet, Borodin und Mozart. Immer wieder reagierte das Publikum mit spontanem Szenenapplaus.

Zum Abschluss erklang gemeinsam mit Chor und Solistinnen und Solisten „Feuerstrom der Reben“ aus Johann Strauss’ Operette Die Fledermaus. Ein passender Schlusspunkt für einen Tag, an dem das Gärtnerplatztheater einmal mehr gezeigt hat, wie viele unterschiedliche Menschen, Gewerke und musikalische Welten unter seinem Dach zusammenkommen.

Station 1 der Reise nach Reims

Reiseausrüstung besorgen

Ein Blick hinter die Kulissen

Für uns als Produktionspaten war dieser Besuch der erste unmittelbare Einblick in die Entstehung von „Die Reise nach Reims“ – und damit der Auftakt unserer gemeinsamen Reise durch die Spielzeit.

Wo eine Produktion Gestalt annimmt

Am 11. September trafen sich unsere Mitglieder zu einer Werkstattführung durch die Werkstätten des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Im Mittelpunkt standen Einblicke in Bühnenbild, Ausstattung und die handwerkliche Umsetzung der Produktion. Noch bevor sich auf der Bühne der Vorhang hebt, wird hier gebaut, gefertigt, angepasst und vorbereitet.

Was die wenigsten Theaterbesucher wissen: Das Staatstheater am Gärtnerplatz verfügt über mehr als ein Dutzend hauseigene Werkstätten. Dazu gehören unter anderem Schreinerei, Schlosserei, Malersaal, Herren- und Damenschneiderei, Hutmacherei, Maskenabteilung, Dekorationswerkstatt, Requisite und Technik. Dort arbeiten Handwerkerinnen und Handwerker sowie Künstlerinnen und Künstler Hand in Hand, um Bühnenbilder, Kostüme und Requisiten für Opern, Operetten, Musicals und Ballette entstehen zu lassen.

Von der ersten Idee bis zur Werkstattabgabe

Florian Probst, Werkstätten- und Produktionsleiter, empfing die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit Marlene Lechner, FSJ Technik, in seinem Büro und erläuterte den Ablauf der Planung einer Produktion.

Die Vorbereitungen beginnen bereits rund sechs Monate vor der Premiere. Regie, Dramaturgie und weitere Beteiligte beraten zunächst darüber, wie das Bühnenbild aussehen soll und welche Anforderungen sich aus dem Stück und seinem szenischen Ablauf ergeben. Anschließend wird ein Modell des Bühnenbilds angefertigt und im Rahmen einer sogenannten Bauprobe mit den maßgeblich an der Produktion Beteiligten diskutiert.

Dabei werden auch Details wie die Sicht auf das Bühnenbild von verschiedenen Plätzen im Theater am Computer simuliert und besprochen. Wenn die Beteiligten sich schließlich geeinigt haben, werden die Ergebnisse in der sogenannten „Werkstattabgabe“ festgehalten. Danach beginnt die eigentliche Herstellung des Bühnenbilds.

5.000 Kilogramm Stahl – und vier Stunden für den Abbau

Florian Probst schilderte sehr anschaulich den gesamten Entstehungsprozess und die zahlreichen Details, auf die dabei geachtet werden muss. Eine wichtige Rolle spielt beispielsweise das Gewicht der Konstruktion. Das Bühnenbild von „Die Reise nach Reims“ enthält rund 5.000 Kilogramm Stahl. Zwar kann der Bühnenboden eine Last von bis zu 500 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, dennoch muss jederzeit sichergestellt sein, dass die gesamte Konstruktion sicher ist und alle vorgesehenen Funktionen zuverlässig erfüllt.

Gleichzeitig muss das Bühnenbild so konstruiert sein, dass es innerhalb von vier Stunden wieder abgebaut werden kann, damit die Bühne für die nächste Produktion zur Verfügung steht.

Drei Wochen vor der Premiere wird es ernst

Rund drei Wochen vor der Premiere – bei „Die Reise nach Reims“ am 28. September – folgt die sogenannte technische Einrichtung. Dabei wird das Bühnenbild erstmals vollständig auf der Bühne im Theater aufgebaut. Beleuchtung und Requisite beginnen nun, die Szenerie mit Leben zu erfüllen, und die Bühnenproben starten.

Bis zu diesem Zeitpunkt können noch letzte Korrekturen vorgenommen werden, falls sich Probleme zeigen. Florian Probst betonte deshalb, wie wichtig die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und den verschiedenen Teams des Theaters während des gesamten Entstehungsprozesses ist. Ziel ist es, mögliche Schwierigkeiten möglichst frühzeitig zu erkennen und Probleme in einer so späten Phase der Produktion zu vermeiden.

Unterwegs durch die Werkstätten

Nach dieser eindrucksvollen und detailreichen Einführung in die Vorbereitungen führte Florian Probst unsere Gruppe durch das Haus. Dabei konnten wir bereits einen ersten Blick auf Teile des Bühnenbilds von „Die Reise nach Reims“ werfen, die hinter der Bühne zusammengesetzt wurden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der begrenzte Platz eine der großen Herausforderungen des Theaterbetriebs darstellt: Die teilweise sehr großen Bühnenteile benötigen während ihrer Herstellung und Vorbereitung viel Raum.

In der Theaterplastik, der Schlosserei und der Schreinerei konnten wir weitere Elemente des Bühnenbilds während ihrer Entstehung besichtigen. Die Werkstätten verfügen über zahlreiche Maschinen und eine umfangreiche Ausstattung, die es ermöglichen, einen großen Teil der benötigten Bühnenteile unmittelbar durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters anzufertigen.

Auch in die Tapezierwerkstatt konnten wir einen Blick werfen. Dort entstehen unter anderem Möbel, Vorhänge und weitere Ausstattungselemente für die Bühne.

Mehr zu unserer Produktionspatenschaft

Frühere Spielzeiten

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